Willkommen bei uns!

     

Alberque 2004

Unsere Partnerschaft mit der
Associação Albergue Martim Lutero
im Jahre 2004   -   Rückblick  -   Pläne

Im September diesen Jahres reist wieder eine Gruppe unserer Gemeinde nach Vitória. Es werden Herr und Frau Ellböck, Herr Baumert, Frau Mitterbauer, Herr Janetzky und mein Mann und ich unsere Freunde besuchen. Hoffentlich ist bis dahin der Neubau schon etwas vorangeschritten und wir können an den Einweihungsfeierlichkeiten teilnehmen. Es gibt immer noch Schwierigkeiten mit der Stadtverwaltung, um den Bau beginnen zu können. Außerdem werden wir Pfarrer Gert Müller in Belo Horizonte im Bundesstaat Minas Gerais besuchen um seine dortige neue Gemeinde und die damit verbundenen diakonischen Arbeiten kennnenzulernen.

Damit und durch den steten Kommunikationsaustausch per E-Mail und verschiedene Aktionen halten wir unsere Parnerschaft lebendig.

So waren wir wie immer beim letztjährigen ökumenischen Pfarrfest mit dem Albergue - Stand vertreten. Mit dem Verkauf von Caipirinha, diversen Handarbeiten, die uns Susi Kleinert zur Verfügung stellte, sowie durch Spenden konnte ein Erlös von 440 € erzielt werden.

Am 12. Oktober feierten wir einen besonderen Gottesdienst, dessen musikalische Ausgestaltung, Gebete und Texte ein wenig brasilianisches Flair in unsere Kirche brachte. Zur Mittagszeit wurde das brasilianische Nationalgericht "Feijoada" angeboten. Kollekte und Spenden brachten 137,71 € für unsere Freunde in Brasilien ein.

Am 1. Advent fand der Adventsbasar zugunsten der Albergue statt. Mit dem Verkauf von Kränzen, Gestecken und Basteleien zur Weihnachtszeit und dem Verkauf von Glühwein, Waffeln und Würstel konnten wir das Brasilienkonto um 496,80 € aufstocken. Außerdem kamen 2 Spenden mit 100 € dazu.

Unsere erste Aktion in diesem Jahr am 31. Januar mit dem Faschingsball brachte einen Erlös von 239,30 €. In neuen Räumen, mit neuer Musik und einem abwechslungsreichen Programm war es ein gut besuchter und stimmungsgeladener Abend.

So lässt sich abschließend sagen:

Die Albergue ist in guten Händen und auf einem guten Weg!
Lasst uns diese Partnerschaft lebendig halten!

Sabine Schindler

 

Brasilienreise 2004

Impressionen einer Brasilienreise 2004

Im September diesen Jahres reiste wieder eine siebenköpfige Gruppe unserer Gemeinde nach Brasilien: Günther und Sabine Schindler, Herbert Baumert, Lilly Mitterbauer, Günther Janetzky, Josef und Gerlinde Ellböck, um die Arbeit und Situation in der Albergue in Vitória im Bundesstaat Espirito Santo kennen zu lernen. Außerdem besuchten wir auch Pfarrer Gert Müller und seine Frau Gisela, die ja seit zwei Jahren in Belo Horizonte im Bundesstaat Minas Gerais einen neuen Wirkungskreis betreuen.

Grundsätzlich muss man sagen, dass Brasilien mit Europa nicht zu vergleichen ist. Es ist ein riesengroßes Land mit sehr vielen Gegensätzen, ganz anderen Strukturen und Prägungen. Aber es wird hier in der Albergue, wie auch an anderen Orten und in verschiedenster Weise großartige Arbeit geleistet, zum ersten besonders von den Brasilianern selber und des weiteren mit der Hilfe von Partnerschaften, Spendengebern, Kirchen usw. aus Europa.

In der Albergue arbeiten 5 Personen sehr verantwortungs-, liebevoll und kompetent als Team zusammen: Vilmar Burzlaff ist der Verwalter, Ludovico Saar und Lindolfo Runge betreuen die Patienten seelsorgerisch, Aglair Ramlow ist Sekretärin und Angelina Strey die Köchin. Zudem setzt sich der im Juli neu gewählte Vorstand (von den acht Personen ist uns unter anderen der Vorsitzende Dr. Nivaldo Kiister schon gut bekannt) sehr engagiert und kompetent für die Belange der Albergue ein.

Daneben gibt es viele Menschen im Umfeld der Albergue, die viel Zeit, Kraft und Einsatz aufbringt, um die Arbeit weitergehen zu lassen, ja voranzubringen.

Neben der Beherbergung von Menschen zu und während der Behandlung, vor allem von Krebs, im nahe gelegenen Krankenhaus Santa Rita (mit Schwerpunktbehandlung Krebs) gehört zur Hauptarbeit der Albergue das dermatologische Programm PAD (Programa de Atendimento Dermatológico). Dies hat sich gut etabliert und zeigt gute Akzeptanz in der Bevölkerung. Es beinhaltet das bisherige dermatologische Projekt, das Projekt "Schütze deine Haut" und das Projekt "Gesundheit ist Leben".

Außerdem findet einmal im Jahr das "Festa Popular de Saúde = volksnahes Fest für die Gesundheit statt. Der Gewinn wird ebenfalls für die Arbeit und den Bau der Neuen Albergue verwendet. Nun möchten wir unsere Eindrücke unserer Reise wiedergeben, soweit dies überhaupt möglich ist.

In Vitória konnten wir dem Projekt "Schütze deine Haut" beiwohnen. Jeden ersten Samstag im Monat werden in Vila Velha, einem Stadtteil mit der festen Station für den Großraum Grande Vitória, normalerweise ca. 300 Menschen untersucht, behandelt und zum Teil auch gleich ambulant operiert. 9 Ärzte, 16 Assistenzärzte und 30 Studenten arbeiten hier, wohlgemerkt ehrenamtlich. Trotz ohne großartig steriler OP-Säle gibt es so gut wie keine Wundinfektionen. Wir sind beeindruckt. Es berührt uns sehr, wie sich in Brasilien viele Menschen für ihre Nächsten einsetzen und arbeiten, welche Motivation trotz vieler Schwierigkeiten dahinter steht. Die Menschen "leben". Sie jammern nicht, sie packen an. Überhaupt sind die Menschen sehr gastfreundlich und hilfsbereit und wir fühlten uns überall herzlich aufgenommen. Als Höhepunkt feierten wir das "Festa Popular de Saúde" auf dem kleinen Platz vor der Albergue mit. Von Freitag bis Sonntag waren täglich Tausende aus der näheren und weiteren Umgebung gekommen, am Sonntag sogar einige Reisebusse aus den lutherischen Gemeinde von Espirito Santo mit einem Anfahrtsweg von bis zu 6 Stunden. An diesem Tag, dem 12. September, fand von kurz nach neun Uhr bis halb zwölf ein sehr festlicher Gottesdienst statt. Dabei wurde die Arbeit der Albergue und die Hilfe der Unterstützenden gewürdigt, sowie der neue Vorstand eingeführt. Der Pastor Sinodal Helmar Roelke (sein Amt entspricht etwa dem des Regionalbischofs) hielt die ökumenische Feier zusammen mit Pfarrer João Paulo Auler und dem katholischen Geistlichen. Ansonsten haben wir noch andere Projekte, wie den Kindergarten/Vorschule "Fé e Alegria" in Vitória, eine Landwirtschaftsschule in Garaffão, eine Behindertenschule in Santa Maria de Jetibá .

In Belo Horizonte zeigte uns Pfarrer Gert Müller seinen neuen Wirkungskreis: Scherzhaft sagt er: "Halb Deutschland gehört mir", denn sein Betätigungsfeld hat einen Durchmesser von ca. 500 km. In der lutherischen Gemeinde in Serra, dem Stadtteil wo Gert Müller arbeitet und wohnt, sind neben der üblichen Pfarr- und Gemeindearbeit noch vier Arbeitsfelder zu betreuen: das Altenheim "Lar Luisa Griese" in São José da Lapa mit 12 Bewohnern, der Kinderhort "Creche Cantinho Amigo" für z.Zt. 39 Kinder, das Jugendzentrum "Centro de Integração Martinho" in einer der größten Favelas (50 000 Bewohner) von Belo Horizonte und der "Werkstatt der Hoffnung" für Mütter von 14 bis 21 Jahren. Aus dieser "Werkstatt" entstand der Flötenchor "Tocanda pela Vida" = "Spielen für das Leben", der vergangenes Jahr auf eine Einladung hin durch Deutschland tourte. Am Sonntag, den 19. September, nahmen wir an einem zweisprachigen Gottesdienst teil. Interessante Gespräche ergaben sich dabei mit Mitgliedern des Kirchenvorstandes, ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitgliedern der Kirchengemeinde. Die Stadt Belo Horizonte hat sich uns sehr eindrucksvoll gezeigt mit den ganzen Gegensätzen Brasiliens: Berge ↔ flaches Land, Natur ↔ imposante Bauten, Armut ↔ Reichtum usw. Ursprünglich war es für eine halbe Million Menschen konzipiert, mittlererweilen leben 2,5 Mio. Menschen im Stadtgebiet. Mit dem Umland hat es gar eine Einwohnerzahl von 5 Millionen.

Herr Baumert brachte es mit den Worten auf den Punkt: "Eigentlich sind alle Leute in Brasilien arm. Die Armen, weil sie wirklich arm an Gütern sind und selbst das Wenige noch schützen müssen. Die anderen weil sie sich bzw. ihr privates Leben schützen müssen mit Mauern, Gittern und Bewachung".

In Rio de Janeiro verbringen wir die letzten Tage zur Erholung und erleben auch hier noch eine interessante und eindrucksvolle Zeit.

Als rundenden Abschluss gestalteten die Brasilienreisenden am Sonntag, den 17. Oktober, einen Gottesdienst, der sehr gut besucht war. Die gelungene, brasilianisch geprägte Form wurde musikalisch umrahmt von Irene Drasch mit der Trommel und Bernhard Dorrer mit seiner Gitarre. Dem anschließenden Diavortrag wurde mit großem Interesse gefolgt und es entstand ein reger Gedankenaustausch im Gespräch. Der Vormittag klang harmonisch bei einer schmackhaften Feijoada aus, einem Schwarze Bohneneintopf, serviert von Günther Schindler.

So hat uns diese Reise bereichert in unseren Gedanken und für unser Leben. Viele interessante Begegnungen hatten wir und neue Kontakte konnten geknüpft werden. Über Grenzen hinweg sind Freundschaften entstanden. Sie werden vertieft und sollen weiterhin erhalten bleiben. Dies kann nur geschehen durch briefliche Kontakte, Telefonate und Zeigen der Verbundenheit in Gottesdiensten und Aktionen. So findet am ersten Adventssonntag, den 28. November, wieder der traditionelle Adventsbasar statt. Und auch gleich zu Anfang des Neuen Jahres findet am Samstag, den 29. Januar 2005 der schon fest zum Gemeindeleben gehörende Faschingsball im Stad’l des Leibenger Keller statt.

Mein Mann und ich reisten zum zweiten Mal nach Brasilien und können bestätigen, dass sich Einiges zum Positiven verändert und viel getan wird in und unter der Bevölkerung für Fortschritt und ein besseres Leben.

Sabine Schindler