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Besuch unserer Partnergemeinde in Brasilien im Jahr 2013:

Partnerschafts-Reise nach Brasilien
Sabine und Günther Schindler haben sich zusammen mit Jochen, Susanne, Johannes und Christoph Pickel, Lilly Mitterbauer, Irene Drasch, Veronika und Armin Hölzel auf den Weg zur „Albergue Martim Luthero“ in Vitoria im Bundesstaat Espirito Santo in Brasilien gemacht. Zwei Wochen lang konnten wir die vielfältige Arbeit der evangelisch-lutherischen Kirche dort hautnah miterleben und das großartige diakonische Projekt, das seit vielen Jahren aus Spenden unserer Kirchengemeinde und der Sternsinger-Aktion der Kolpingfamilie Eggenfelden (die durch Armin Hölzl vertreten wurde) unterstützt wird. Den Startschuss bildete damals die vollständige Finanzierung des Grundstücks, auf dem die „Albergue“ (ein Gästehaus für Patienten, die sich aufgrund ihrer Krebserkrankung einer mehrwöchigen Strahlentherapie unterziehen müssen) im Jahr 2001 gebaut wurde.
Während unseres Aufenthaltes konnten wir dort mit den rund 60 „Bewohnern auf Zeit“ ins Gespräch kommen und erfahren, wie es ihnen in der Albergue und bei ihrer Therapie ergeht. „Das ist ein großer Segen und eine echte Hilfe für uns“, sagen die „Albergados“, wie die Patienten dort liebevoll genannt werden, „denn ohne den kostenlosen Aufenthalt, die seelsorgerliche Begleitung und das köstliche Essen dort, könnten wir niemals eine solche Therapie bekommen“. Der brasilianische Staat bezahlt wohl die Therapie, doch für Unterkunft und Verpflegung und die Reise dorthin muss jeder selbst aufkommen. Die arme Landbevölkerung, die zum Teil mehrere hundert Kilometer anreisen muss, kann sich einen teuren Aufenthalt in der großen Stadt nicht leisten und wäre völlig allein gelassen.
In Zusammentreffen mit den Vorständen, dem leitenden Pastor Jao-Paul Auler und den vielen hingebungsvollen ehrenamtlichen Mitarbeitern konnten wir uns überzeugen, dass hier eine Arbeit mit viel Herzblut und Hingabe geleistet wird. Mit vielen Festen und Aktionen wird erfolgreich versucht, das nötige Geld für die Aufgaben und den Unterhalt der Albergue zu erwirtschaften. Die zahlreichen evangelischen Gemeinden im Umland leisten ihren Beitrag dazu und spenden fleißig nicht nur Geld, sondern auch Nahrungsmittel und Kleidung für einen dauerhaft eingerichteten Basar. Die ganze Arbeit steht auf zwei tragfähigen Säulen: ein gutes Finanzkonzept und äußert aufopferungsvollen und kompetenten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, deren Gastfreundschaft wir an allen Ecken und Enden eindrucksvoll genießen durften.
Neben der Albergue in Vitoria konnten wir noch ein von der evangelisch-lutherischen Kirche unterhaltenes Internat kennen lernen, in dem eine intensive musikalische Ausbildung angeboten wird und darüber hinaus auf exzellente Werteerziehung geachtet wird. Eine Kaderschmiede für künftige Mitarbeiter in den Gemeinden und wiederum ein Segen für viele Menschen auf dem Land, die somit in den Genuss einer herausragenden Schulbildung kommen. Wir waren uns schnell einig, dass dieses Erfolgsmodell unbedingt fortgeführt werden muss – leider steht es dort vor Ort auf der Kippe, wie wir leider erfahren mussten.
Wir durften mehrere Gottesdienste in verschiedenen Gemeinden mitfeiern, darunter auch ein großes Bläserfest – denn auch in Brasilien gibt es sehr aktive Posaunenchöre! Viele ihrer Stücke kamen uns sehr bekannt vor – so klein ist die Welt!
Was wir bei uns häufig erleben, haben wir dort nicht gesehen: leere Kirchen während des Gottesdienstes. Die Lutheraner, die - wie wir hier in Ostbayern auch – in der Diaspora leben, halten fest zusammen und freuen sich regelrecht darauf, sich am Sonntag im Gottesdienst sehen und miteinander ihren Glauben feiern zu können. Da blieb kaum ein Platz leer. Immer wieder werden dabei voller Begeisterung deutsche Lieder gesungen, auch wenn viele sie gar nicht verstehen. „Es ist so schön, deutsche Lieder zu singen“, sagen sie uns, „denn von euch kommen ja die Lieder“. Und wenn wir als Reisegruppe dann ein oder zwei Lieder zum Besten gegeben haben, ernteten wir frenetischen Beifall. Brasilianische Lebensfreude und Ausgelassenheit eben. Für uns abgeklärte Deutsche immer wieder erfrischend. Davon hätten wir gerne eine Portion eingepackt.
Während der Fahrten zu den verschiedenen Gemeinden im Landesinneren konnten wir gut die Landschaft, Flora und Fauna, erkunden und bestaunen: bizarre Felsformationen, exotische Früchte, seltene Tiere…
So viele Eindrücke! Und ein Fazit: Gut, dass wir diese Partnerschaft haben und pflegen!
Es ist für November ein Informationsabend für alle Interessierten geplant, mit Bildern, Abendessen und Berichten. Der Genaue Zeitpunkt und Termin wird noch bekannt gegeben.