Evangelisch Lutherische
Kirche in Bayern

   
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Partnerschaft in Brasilien:

Unsere Partnerschaft mit der Albergue Martim Lutero in Vitória:

Ehrung durch "MissionEineWelt"

Besuch bei unserer Partnergemeinde Martim Lutero 2016

Besuch aus Brasilien 2013

Unsere Partnerschaft wurde vertieft - Besuch aus Brasilien 2007

Alberque 2004

Die Geschichte der Albergue zusammengestellt 2003

Die Geschichte der Albergue zusammengestellt 2001 von Vilmar Burzlaff

Die Geschichte der Albergue zusammengestellt 2000 von Gert Müller/Chr. Lang-Hoffmeister



Ehrung durch "MissionEineWelt":

 Sabine und Günther Schindler wurden im Zuge einer Feier-stunde von „MissionEineWelt“ für ihr langjähriges und treues Engagement bei der Betreuung und Organisation der Partnerschaft mit der Albergue Martim Lutero in Brasilien geehrt. Die beiden pflegen seit beinahe 20 Jahren ein intensives Verhältnis zur Partnerorganisation in Vitoria, reisen auf private Kosten beinahe jährlich dorthin, organisierten erst jüngst wieder die Partnerschaftsreise und kümmern sich um den regen Aus-tausch zwischen Eggenfelden und dem brasilianischen Bundesstaat Espirito Santo, so dass man bis heute von einer lebendigen und fruchtbaren Partnerschaft sprechen kann.
Man kann nur ahnen, wie viel Arbeit, Einsatz und persönliche Leidenschaft dahinter-steckt. Dies ist alles Ehre und allen Dank wert!


Besuch unserer Partnergemeinde in Brasilien im Jahr 2016:

Partnerschafts-Reise nach Brasilien
Sabine und Günther Schindler haben sich zusammen mit Jochen, Susanne, Johannes und Christoph Pickel, Lilly Mitterbauer, Irene Drasch, Veronika und Armin Hölzel auf den Weg zur „Albergue Martim Luthero“ in Vitoria im Bundesstaat Espirito Santo in Brasilien gemacht. Zwei Wochen lang konnten wir die vielfältige Arbeit der evangelisch-lutherischen Kirche dort hautnah miterleben und das großartige diakonische Projekt, das seit vielen Jahren aus Spenden unserer Kirchengemeinde und der Sternsinger-Aktion der Kolpingfamilie Eggenfelden (die durch Armin Hölzl vertreten wurde) unterstützt wird. Den Startschuss bildete damals die vollständige Finanzierung des Grundstücks, auf dem die „Albergue“ (ein Gästehaus für Patienten, die sich aufgrund ihrer Krebserkrankung einer mehrwöchigen Strahlentherapie unterziehen müssen) im Jahr 2001 gebaut wurde.
Während unseres Aufenthaltes konnten wir dort mit den rund 60 „Bewohnern auf Zeit“ ins Gespräch kommen und erfahren, wie es ihnen in der Albergue und bei ihrer Therapie ergeht. „Das ist ein großer Segen und eine echte Hilfe für uns“, sagen die „Albergados“, wie die Patienten dort liebevoll genannt werden, „denn ohne den kostenlosen Aufenthalt, die seelsorgerliche Begleitung und das köstliche Essen dort, könnten wir niemals eine solche Therapie bekommen“. Der brasilianische Staat bezahlt wohl die Therapie, doch für Unterkunft und Verpflegung und die Reise dorthin muss jeder selbst aufkommen. Die arme Landbevölkerung, die zum Teil mehrere hundert Kilometer anreisen muss, kann sich einen teuren Aufenthalt in der großen Stadt nicht leisten und wäre völlig allein gelassen.
In Zusammentreffen mit den Vorständen, dem leitenden Pastor Jao-Paul Auler und den vielen hingebungsvollen ehrenamtlichen Mitarbeitern konnten wir uns überzeugen, dass hier eine Arbeit mit viel Herzblut und Hingabe geleistet wird. Mit vielen Festen und Aktionen wird erfolgreich versucht, das nötige Geld für die Aufgaben und den Unterhalt der Albergue zu erwirtschaften. Die zahlreichen evangelischen Gemeinden im Umland leisten ihren Beitrag dazu und spenden fleißig nicht nur Geld, sondern auch Nahrungsmittel und Kleidung für einen dauerhaft eingerichteten Basar. Die ganze Arbeit steht auf zwei tragfähigen Säulen: ein gutes Finanzkonzept und äußert aufopferungsvollen und kompetenten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, deren Gastfreundschaft wir an allen Ecken und Enden eindrucksvoll genießen durften.
Neben der Albergue in Vitoria konnten wir noch ein von der evangelisch-lutherischen Kirche unterhaltenes Internat kennen lernen, in dem eine intensive musikalische Ausbildung angeboten wird und darüber hinaus auf exzellente Werteerziehung geachtet wird. Eine Kaderschmiede für künftige Mitarbeiter in den Gemeinden und wiederum ein Segen für viele Menschen auf dem Land, die somit in den Genuss einer herausragenden Schulbildung kommen. Wir waren uns schnell einig, dass dieses Erfolgsmodell unbedingt fortgeführt werden muss – leider steht es dort vor Ort auf der Kippe, wie wir leider erfahren mussten.
Wir durften mehrere Gottesdienste in verschiedenen Gemeinden mitfeiern, darunter auch ein großes Bläserfest – denn auch in Brasilien gibt es sehr aktive Posaunenchöre! Viele ihrer Stücke kamen uns sehr bekannt vor – so klein ist die Welt!
Was wir bei uns häufig erleben, haben wir dort nicht gesehen: leere Kirchen während des Gottesdienstes. Die Lutheraner, die - wie wir hier in Ostbayern auch – in der Diaspora leben, halten fest zusammen und freuen sich regelrecht darauf, sich am Sonntag im Gottesdienst sehen und miteinander ihren Glauben feiern zu können. Da blieb kaum ein Platz leer. Immer wieder werden dabei voller Begeisterung deutsche Lieder gesungen, auch wenn viele sie gar nicht verstehen. „Es ist so schön, deutsche Lieder zu singen“, sagen sie uns, „denn von euch kommen ja die Lieder“. Und wenn wir als Reisegruppe dann ein oder zwei Lieder zum Besten gegeben haben, ernteten wir frenetischen Beifall. Brasilianische Lebensfreude und Ausgelassenheit eben. Für uns abgeklärte Deutsche immer wieder erfrischend. Davon hätten wir gerne eine Portion eingepackt.
Während der Fahrten zu den verschiedenen Gemeinden im Landesinneren konnten wir gut die Landschaft, Flora und Fauna, erkunden und bestaunen: bizarre Felsformationen, exotische Früchte, seltene Tiere…
So viele Eindrücke! Und ein Fazit: Gut, dass wir diese Partnerschaft haben und pflegen!
Es ist für November ein Informationsabend für alle Interessierten geplant, mit Bildern, Abendessen und Berichten. Der Genaue Zeitpunkt und Termin wird noch bekannt gegeben.


Besuch aus Brasilien im Jahr 2013:

Zehn Gäste aus Brasilien - allesamt Vertreter und Mitarbeitende der Albergue in Vitoria - sind drei Wochen unter uns. Der Arbeitskreis Albergue hat unter Federführung von Sabine und Günther Schindler ein tolles und vielseitiges Programm zusammen gestellt, so dass die Gäste sehr viel über unsere Gegend, unsere Gemeinde, unsere Kirche, unsere Kultur und unsere Lebensweise erfahren.
Es findet täglich ein reger Gedankenaustausch statt und natürlich kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Die Gäste - Pratinha, Leomar, Emerson, Christiana, Fabiano, Erasmo, Jaqueline, Ghiana, Alcione und Helena - überraschen und erfreuen uns mit Ihrem Interesse, ihrer Fröhlichkeit und Offenheit, ihrer "brasilianischen" Art zu feiern, ihrem Glauben und ihrer Frömmigkeit, die uns inspiriert und ansteckt. Schön, dass wir die Möglichkeit haben voneinander und miteinander zu lernen und unseren Glauben zu pflegen.
Unter anderem besuchen sie Dekan Dr. Bub, Regionalbischof Dr. Weiß, das Landeskirchenamt, die Reformationsausstellungen in Ortenburg und vieles mehr...


 

Partnerschaft 2007:

Die Partnerschaft wurde vertieft
Für drei Wochen hatten wir von 17. Juli bis 6. August in unserer Kirchengemeinde 5 Personen aus Vitória, die in irgendeiner Weise mit der Arbeit der Albergue betraut sind, zu Besuch. Einerseits wurde uns von der Dringlichkeit und dem Erfolg dieser Arbeit berichtet und gezeigt. Dankbarkeit wurde uns auf vielfache Weise ausgedrückt. So überreichte der Präsident der Albergue Dr. Nivaldo Kiister in einem Zeremoniell des Brasiliengottesdienstes ein wunderschönes Altartuch und das passende Parament als Geschenk für die Gemeinde. 

 

Sie, liebe Gemeindemitglieder, werden sich sicher der Schönheit in Zukunft bei dem einen oder anderen Gottesdienst erfreuen können. Unsererseits wurde wiederum die Wichtigkeit, das Interesse und der Erhalt dieser Partnerschaft unterstrichen.

 

Das Programm war vielseitig organisiert. Der offizielle Teil beinhaltete Punkte wie: Besuche in verschiedenen Schulen, Besuch im Christanger und Caritas Altenheim, der Sozialstation, und Besuch bei dem ortsansässigen Künstler Herrn Joseph Michael Neustifter.
Beim Besuch von „Mission Eine Welt“ in Neuendettelsau lernten unsere Gäste Herrn Döbrich kennen, der als Kirchenrat das Referat Lateinamerika leitet. Bei einem Empfang im Rathaus stellten wir auch der Stadt und dem Bürgermeister unsere Projektarbeit vor. Mit Ausflügen unter anderem nach Burghausen, Altötting, Ortenburg, München, Nürnberg, an den Chiemsee haben wir unseren brasilianischen Gästen Deutschland mit seiner Geschichte und bayerische Lebensart näher gebracht. Bei dem Gottesdienst mit anschließendem Kirchencafe, am Stand beim Pfarrfest, während des Seniorenmittagstisches und beim Grillabend mit den KV-Mitgliedern konnten persönlich Erfahrungen und Informationen ausgetauscht, Kontakte geknüpft und vertieft werden.

Während interessanter Begegnungen hatten wir gemeinsam viel Spaß und Freude und es gab viele Möglichkeiten eines intensiven Gedankenaustausches. Abends fanden auch auf privater Ebene manche Zusammenkünfte statt mit interessanten Gesprächen, Gesang und Geselligkeit.

So hieß es eigentlich sehr schnell wieder wehmütig Abschied nehmen. Mittlerer weilen habe ich auch schon wieder E-Mails erhalten mit vielen lieben Grüßen auch an Sie, liebe Gemeindemitglieder. Unsere Freunde aus Vitória waren sehr freudig überrascht, dass sich hier so viele Menschen für die Arbeit der Albergue interessieren und sich immer wieder dafür einsetzen. Zumal ja bis jetzt nur ein paar Wenige persönlich dieses Projekt kennen gelernt haben.

Aber in zwei/drei Jahren werde ich wieder einen offiziellen Gegenbesuch organisieren. Und schon dieses Jahr wird es auf privater Ebene ein Wiedersehen geben, wenn im November die Neue Albergue eingeweiht wird.
Wenn Sie Fragen haben, sich persönlich einbringen wollen oder auch Bilder oder ähnliches sehen möchten wenden Sie sich bitte ruhig an mich. Ich stehe gerne für Auskünfte bereit.

Sabine Schindler


Alberque 2004

Unsere Partnerschaft mit der
Associação Albergue Martim Lutero
im Jahre 2004 - Rückblick - Pläne

Im September diesen Jahres reist wieder eine Gruppe unserer Gemeinde nach Vitória. Es werden Herr und Frau Ellböck, Herr Baumert, Frau Mitterbauer, Herr Janetzky und mein Mann und ich unsere Freunde besuchen. Hoffentlich ist bis dahin der Neubau schon etwas vorangeschritten und wir können an den Einweihungsfeierlichkeiten teilnehmen. Es gibt immer noch Schwierigkeiten mit der Stadtverwaltung, um den Bau beginnen zu können. Außerdem werden wir Pfarrer Gert Müller in Belo Horizonte im Bundesstaat Minas Gerais besuchen um seine dortige neue Gemeinde und die damit verbundenen diakonischen Arbeiten kennenzulernen.
Damit und durch den steten Kommunikationsaustausch per E-Mail und verschiedene Aktionen halten wir unsere Partnerschaft lebendig.
So waren wir wie immer beim letztjährigen ökumenischen Pfarrfest mit dem Albergue - Stand vertreten. Mit dem Verkauf von Caipirinha, diversen Handarbeiten, die uns Susi Kleinert zur Verfügung stellte, sowie durch Spenden konnte ein Erlös von 440 € erzielt werden.
Am 12. Oktober feierten wir einen besonderen Gottesdienst, dessen musikalische Ausgestaltung, Gebete und Texte ein wenig brasilianisches Flair in unsere Kirche brachte. Zur Mittagszeit wurde das brasilianische Nationalgericht "Feijoada" angeboten. Kollekte und Spenden brachten 137,71 € für unsere Freunde in Brasilien ein.
Am 1. Advent fand der Adventsbasar zugunsten der Albergue statt. Mit dem Verkauf von Kränzen, Gestecken und Basteleien zur Weihnachtszeit und dem Verkauf von Glühwein, Waffeln und Würstel konnten wir das Brasilienkonto um 496,80 € aufstocken. Außerdem kamen 2 Spenden mit 100 € dazu.
Unsere erste Aktion in diesem Jahr am 31. Januar mit dem Faschingsball brachte einen Erlös von 239,30 €. In neuen Räumen, mit neuer Musik und einem abwechslungsreichen Programm war es ein gut besuchter und stimmungsgeladener Abend.
So lässt sich abschließend sagen:

Die Albergue ist in guten Händen und auf einem guten Weg!
Lasst uns diese Partnerschaft lebendig halten!

Sabine Schindler



Brasilienreise 2004

Impressionen einer Brasilienreise 2004
Im September diesen Jahres reiste wieder eine siebenköpfige Gruppe unserer Gemeinde nach Brasilien: Günther und Sabine Schindler, Herbert Baumert, Lilly Mitterbauer, Günther Janetzky, Josef und Gerlinde Ellböck, um die Arbeit und Situation in der Albergue in Vitória im Bundesstaat Espirito Santo kennen zu lernen. Außerdem besuchten wir auch Pfarrer Gert Müller und seine Frau Gisela, die ja seit zwei Jahren in Belo Horizonte im Bundesstaat Minas Gerais einen neuen Wirkungskreis betreuen.
Grundsätzlich muss man sagen, dass Brasilien mit Europa nicht zu vergleichen ist. Es ist ein riesengroßes Land mit sehr vielen Gegensätzen, ganz anderen Strukturen und Prägungen. Aber es wird hier in der Albergue, wie auch an anderen Orten und in verschiedenster Weise großartige Arbeit geleistet, zum ersten besonders von den Brasilianern selber und des weiteren mit der Hilfe von Partnerschaften, Spendengebern, Kirchen usw. aus Europa.
In der Albergue arbeiten 5 Personen sehr verantwortungs-, liebevoll und kompetent als Team zusammen: Vilmar Burzlaff ist der Verwalter, Ludovico Saar und Lindolfo Runge betreuen die Patienten seelsorgerisch, Aglair Ramlow ist Sekretärin und Angelina Strey die Köchin. Zudem setzt sich der im Juli neu gewählte Vorstand (von den acht Personen ist uns unter anderen der Vorsitzende Dr. Nivaldo Kiister schon gut bekannt) sehr engagiert und kompetent für die Belange der Albergue ein.
Daneben gibt es viele Menschen im Umfeld der Albergue, die viel Zeit, Kraft und Einsatz aufbringt, um die Arbeit weitergehen zu lassen, ja voranzubringen.
Neben der Beherbergung von Menschen zu und während der Behandlung, vor allem von Krebs, im nahe gelegenen Krankenhaus Santa Rita (mit Schwerpunktbehandlung Krebs) gehört zur Hauptarbeit der Albergue das dermatologische Programm PAD (Programa de Atendimento Dermatológico). Dies hat sich gut etabliert und zeigt gute Akzeptanz in der Bevölkerung. Es beinhaltet das bisherige dermatologische Projekt, das Projekt "Schütze deine Haut" und das Projekt "Gesundheit ist Leben".
Außerdem findet einmal im Jahr das "Festa Popular de Saúde = volksnahes Fest für die Gesundheit statt. Der Gewinn wird ebenfalls für die Arbeit und den Bau der Neuen Albergue verwendet. Nun möchten wir unsere Eindrücke unserer Reise wiedergeben, soweit dies überhaupt möglich ist.
In Vitória konnten wir dem Projekt "Schütze deine Haut" beiwohnen. Jeden ersten Samstag im Monat werden in Vila Velha, einem Stadtteil mit der festen Station für den Großraum Grande Vitória, normalerweise ca. 300 Menschen untersucht, behandelt und zum Teil auch gleich ambulant operiert. 9 Ärzte, 16 Assistenzärzte und 30 Studenten arbeiten hier, wohlgemerkt ehrenamtlich. Trotz ohne großartig steriler OP-Säle gibt es so gut wie keine Wundinfektionen. Wir sind beeindruckt. Es berührt uns sehr, wie sich in Brasilien viele Menschen für ihre Nächsten einsetzen und arbeiten, welche Motivation trotz vieler Schwierigkeiten dahinter steht. Die Menschen "leben". Sie jammern nicht, sie packen an. Überhaupt sind die Menschen sehr gastfreundlich und hilfsbereit und wir fühlten uns überall herzlich aufgenommen. Als Höhepunkt feierten wir das "Festa Popular de Saúde" auf dem kleinen Platz vor der Albergue mit. Von Freitag bis Sonntag waren täglich Tausende aus der näheren und weiteren Umgebung gekommen, am Sonntag sogar einige Reisebusse aus den lutherischen Gemeinde von Espirito Santo mit einem Anfahrtsweg von bis zu 6 Stunden. An diesem Tag, dem 12. September, fand von kurz nach neun Uhr bis halb zwölf ein sehr festlicher Gottesdienst statt. Dabei wurde die Arbeit der Albergue und die Hilfe der Unterstützenden gewürdigt, sowie der neue Vorstand eingeführt. Der Pastor Sinodal Helmar Roelke (sein Amt entspricht etwa dem des Regionalbischofs) hielt die ökumenische Feier zusammen mit Pfarrer João Paulo Auler und dem katholischen Geistlichen. Ansonsten haben wir noch andere Projekte, wie den Kindergarten/Vorschule "Fé e Alegria" in Vitória, eine Landwirtschaftsschule in Garaffão, eine Behindertenschule in Santa Maria de Jetibá .
In Belo Horizonte zeigte uns Pfarrer Gert Müller seinen neuen Wirkungskreis: Scherzhaft sagt er: "Halb Deutschland gehört mir", denn sein Betätigungsfeld hat einen Durchmesser von ca. 500 km. In der lutherischen Gemeinde in Serra, dem Stadtteil wo Gert Müller arbeitet und wohnt, sind neben der üblichen Pfarr- und Gemeindearbeit noch vier Arbeitsfelder zu betreuen: das Altenheim "Lar Luisa Griese" in São José da Lapa mit 12 Bewohnern, der Kinderhort "Creche Cantinho Amigo" für z.Zt. 39 Kinder, das Jugendzentrum "Centro de Integração Martinho" in einer der größten Favelas (50 000 Bewohner) von Belo Horizonte und der "Werkstatt der Hoffnung" für Mütter von 14 bis 21 Jahren. Aus dieser "Werkstatt" entstand der Flötenchor "Tocanda pela Vida" = "Spielen für das Leben", der vergangenes Jahr auf eine Einladung hin durch Deutschland tourte. Am Sonntag, den 19. September, nahmen wir an einem zweisprachigen Gottesdienst teil. Interessante Gespräche ergaben sich dabei mit Mitgliedern des Kirchenvorstandes, ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitgliedern der Kirchengemeinde. Die Stadt Belo Horizonte hat sich uns sehr eindrucksvoll gezeigt mit den ganzen Gegensätzen Brasiliens: Berge ↔ flaches Land, Natur ↔ imposante Bauten, Armut ↔ Reichtum usw. Ursprünglich war es für eine halbe Million Menschen konzipiert, mittlerer weilen leben 2,5 Mio. Menschen im Stadtgebiet. Mit dem Umland hat es gar eine Einwohnerzahl von 5 Millionen.
Herr Baumert brachte es mit den Worten auf den Punkt: "Eigentlich sind alle Leute in Brasilien arm. Die Armen, weil sie wirklich arm an Gütern sind und selbst das Wenige noch schützen müssen. Die anderen weil sie sich bzw. ihr privates Leben schützen müssen mit Mauern, Gittern und Bewachung".
In Rio de Janeiro verbringen wir die letzten Tage zur Erholung und erleben auch hier noch eine interessante und eindrucksvolle Zeit.
Als rundenden Abschluss gestalteten die Brasilienreisenden am Sonntag, den 17. Oktober, einen Gottesdienst, der sehr gut besucht war. Die gelungene, brasilianisch geprägte Form wurde musikalisch umrahmt von Irene Drasch mit der Trommel und Bernhard Dorrer mit seiner Gitarre. Dem anschließenden Diavortrag wurde mit großem Interesse gefolgt und es entstand ein reger Gedankenaustausch im Gespräch. Der Vormittag klang harmonisch bei einer schmackhaften Feijoada aus, einem Schwarze Bohneneintopf, serviert von Günther Schindler.
So hat uns diese Reise bereichert in unseren Gedanken und für unser Leben. Viele interessante Begegnungen hatten wir und neue Kontakte konnten geknüpft werden. Über Grenzen hinweg sind Freundschaften entstanden. Sie werden vertieft und sollen weiterhin erhalten bleiben. Dies kann nur geschehen durch briefliche Kontakte, Telefonate und Zeigen der Verbundenheit in Gottesdiensten und Aktionen. So findet am ersten Adventssonntag, den 28. November, wieder der traditionelle Adventsbasar statt. Und auch gleich zu Anfang des Neuen Jahres findet am Samstag, den 29. Januar 2005 der schon fest zum Gemeindeleben gehörende Faschingsball im Stadel des Leibenger Keller statt.
Mein Mann und ich reisten zum zweiten Mal nach Brasilien und können bestätigen, dass sich Einiges zum Positiven verändert und viel getan wird in und unter der Bevölkerung für Fortschritt und ein besseres Leben.

Sabine Schindler


Alberque 2003

Unsere Partnerschaft in Vitória im Bundesstaat Espirito Santo in Brasilien

Die Associacao (= Verband) Albergue Martim Lutero, die Unterstützung bei Krankenhausaufenthalten, nahm als Krankenhaushilfsdienst der evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien in der Stadt Vitória 1981 die Arbeit auf. Diakon Ludovico Saar war der Pionier. Die Kranken kamen aus dem Landesinnern von Espirito Santo und auch Rondônia zur Behandlung nach Vitòria und sollten hier besucht und betreut werden. Meist handelte es sich (neben Herz- und anderer Krankheiten) um Krebsleiden. Da die Landarbeiter wegen der deutschen oder pommerschen Abstammung helle Hautfarbe hatten und der portugiesischen Sprache nicht mächtig waren arbeiteten sie ohne jegliche Schutzmaßnahmen in der Landwirtschaft, der Sonne und den Pflanzenschutzmitteln ausgeliefert.
Im November 1984 wurde ein Haus im Stadtteil Maruipe gekauft um Menschen während der Behandlungen und bis zur Krankenhausaufnahme unterbringen zu können. Das Haus bietet normalerweise 30 bis 35 Personen Platz. Doch häufig sind es mehr, bis zu 60 Menschen suchen hier eine Verweilmöglichkeit. 2002 bot die Albergue 9008 Übernachtungen, welche Unterkunft und die komplette Verpflegung für einen Tag beinhaltet. Die Statistik zeigt, dass während des vergangenen Jahres 1286 Menschen die Albergue nutzten und im Durchschnitt 7 Tage blieben, viele sogar mehr als 30 Tage. So platzt dieses Haus förmlich aus allen Nähten und es wurde der Vorschlag für den Bau einer neuen Albergue angenommen. Ein neues Grundstück unweit der bestehenden Albergue wurde gefunden und konnte Dank der Hilfe unserer Kirchengemeinde gekauft werden. 100 000 DM konnten hierfür durch zahlreiche Aktionen und Spenden gesammelt werden. Natürlich unterstützen wir die Arbeit der Albergue weiterhin.
Im Team (die Brasilianer sagen "equipe") zur Betreuung der Albergue arbeiten zurzeit 5 Personen: Vilmar Burzlaff ist für die Organisation und Planung verantwortlich, Ludovico Saar und Lindolfo Runge betreuen die Patienten im Haus und bei der Behandlung im Krankenhaus, Aglair Ramlow ist Sekretärin und Angelina Strey Köchin. Sie verstehen sich und arbeiten gut zusammen.
Der im Juli 2001 neu gewählte Vorstand setzt sich engagiert und kompetent für die Belange der Albergue ein. Pastor Joao Paulo Auler von der evang.-luth. Gemeinde in Vitória und Vila Velha ist Vorsitzender und Dr. Nivaldo Kiister sein Stellvertreter.
Daneben gibt es viele Menschen im Umfeld der Albergue, die viel Zeit, Kraft, Phantasie und Mut aufbringen, damit die Arbeit nicht nur weitergehen, sondern vorangebracht werden kann. Besonders erwähnt werden muss eine Gruppe der katholischen Gemeinde, der "Pastoral Familiar" der Paroquia (Pfarrei) Sao José in Maruipe.
Das PAD = Programa de Atendimento Dermatológico ist gut etabliert und zeigt gute Akzeptanz in der Bevölkerung. Das Projekt beinhaltet das bisherige dermatologische Projekt, das Projekt "Schütze deine Haut" und das Projekt "Gesundheit ist Leben". Bei diesen zwei Tage (Samstag und Sonntag) dauernden Nachbarschaftshilfeprojekten besucht ein Team aus Professoren, Ärzten, Medizinstudenten und anderen Freiwilligen monatlich einen von 11 Orten im Landesinnern des Bundesstaat Espirito Santo zur medizinischen Behandlung, Vorsorge und Aufklärung. Im Durchschnitt werden 400 Untersuchungen und 95 chirurgische Eingriffe durchgeführt.
Außerdem findet einmal im Jahr das "Festa Popular de Saúde = volksnahes Fest für die Gesundheit der Albergue statt. Der Gewinn und der Erlös aus der dabei stattfindenden Verlosung – letztes Jahr waren es ~ 27 500 reais – werden für die Arbeit der Albergue verwendet.
Auf unserer Reise nach Brasilien 2001 konnten wir (Gert Müller, Christine und Ulrich Leser, Sabine und Günther Schindler) uns vor Ort über die Arbeit der Associacao Albergue Martim informieren und genauer kennen lernen.
2002 besuchten uns 9 Personen aus Vitória während ihres Deutschlandaufenthaltes hier in Eggenfelden.
2004 wird wieder eine Gruppe unserer Gemeinde (diesmal werden es 6 andere Personen und Günther und ich sein) nach Vitória reisen. Wir hoffen sehr, dass bis dahin der Bau schon gut vorangeschritten ist und wir an den Einweihungsfeierlichkeiten teilnehmen können. Außerdem werden wir auch Pfarrer Gert Müller in Belo Horizonte im Bundesstaat Minas Gerais besuchen.
Damit, durch steten Kommunikationsaustausch per E-Mail und verschiedene Aktionen halten wir unsere Partnerschaft lebendig. Am 12. Oktober 2003 wird ein Gottesdienst stattfinden, dessen musikalische Ausgestaltung, Gebete und Texte ein wenig brasilianisches Flair in unsere Kirche bringt. Zur Mittagszeit wird das brasilianische Nationalgericht "Feijoada" angeboten. Kollekte und Spenden gehen an unsere brasilianischen Freunde. Am 1. Advent, den 30. November 2003 findet wieder der Adventsbazar zugunsten der Albergue statt.
Abschließend lässt sich sagen:

Die Albergue ist in guten Händen und auf einem guten Weg!


Alberque 2001:

Geschichte der
Associação Albergue Martim Lutero
Die „Unterstützung bei Krankenhausaufenthalten“ der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) wurde gemeinsam mit der Bevölkerung aus dem Landesinneren des Bundesstaates Espirito Santo entwickelt und begann im Jahr 1981, als eine Bewegung ihre Idee vortrug und diese beim Regional-Konzil des Kirchendistriktes Süd von Espirito Santo gutgeheißen wurde.
Unter der juristischen Verantwortung der evangelischen Parochie lutherischer Konfession in Vitória wurde sie organisiert. Die anfängliche Arbeit war gekennzeichnet durch Besuche und Begleitung der Kranken in den Krankenhäusern von Groß-Vitória. Bald wurde jedoch erkannt, dass es notwendig war, einen Ort zu haben, an dem die Kranken untergebracht werden konnten, die keine Einweisung (ins Krankenhaus) hatten. Anfangs griff man auf Häuser von Mitgliedern (der luth. Gemeinden), die in Groß-Vitória wohnen, zurück, was aber zu enormen Schwierigkeiten für Ludovico Saar, dem Gemeindlichen Mitarbeiter für die Gesundheit, führte. Dieser war der erste, der angestellt wurde, um dieses Projekt zu realisieren.
1983, während der Arbeit unter der Leitung von Arlindo Lagass, wurde eine Kampagne ins Leben gerufen, mit dem Ziel ein Haus zu finden, in dem die Albergue untergebracht werden konnte. Der Umzug vollzog sich am 13.11.1984. Dies verschaffte bessere Bedingungen für die Aufnahme der Menschen, die hier eine Unterstützung suchten. Der Standort im Stadtteil Marruipe, nahe bei den wichtigsten zuständigen Krankenhäusern, erleichterte die notwendigen Wege erheblich.
 

Gegenwärtig hält die Nachfrage nach den Angeboten der Albergue Martim Lutero mit großem Zuspruch an. Jährlich werden circa 6.000 ganze Unterbringungs-Tage angeboten, und darüber hinaus 3.000 halbe (Mittagessen). Diese Nachfrage erklärt sich durch das fast vollständige Fehlen von Fachärzten in den Städten im Landesinneren. Diese konzentrieren sich mit ihren Praxen auf Groß-Vitória.
Auch aus diesen Gründen besteht die Arbeit der AAML aus dem Angebot, die Vorgehensweise zu planen (Untersuchungen, Sprechstunden und chirurgische Eingriffe) und durch seelsorgerliche Hilfen (Besuche im Krankenhaus und gottesdienstliche Feiern).
1987 wurde das "Dermatologische Projekt" für die pommerschen Landarbeiter ins Leben gerufen. Es wurde verwirklicht durch ein Abkommen mit der staatlichen Universität von Espirito Santo (UFES – Universidade Federal do Espirito Santo, Zentrum für Biomedizin und Krankenhaus "Cassiano Antonio Moraes"), dem staatlichen Sekretariat für das Gesundheitswesen, den kommunalen Verwaltungsstellen und den lutherischen Gemeinden.
Jeden Monat bewegt sich das Team des Projekts, bestehend aus Professoren, Ärzten, Medizinstudenten und anderen Freiwilligen, zu einem der 11 Orte für die Untersuchungen, die in 10 Städten von Espirito Santo angesiedelt sind. Während der zwei Tage der Nachbarschaftshilfe (Samstag und Sonntag) werden im Durchschnitt 400 Untersuchungen und 95 chirurgische Eingriffe und/oder Elektroverätzungen durchgeführt.
Seit August 2000 wurde das Leitungsteam wieder aufgebaut. Es gibt jetzt zwei Mitarbeiter für die Begleitung ins Hospital (Ludovico Saar und Silvinha Sassemburg), eine Köchin (Angelina Strey de Oliveira), eine Sekretärin (Gevanilda Lagass), einen Verwalter (Vilmar Burzlaff) und einen Pfarrer (nicht besetzt).

Um der Arbeit einen eigenständigen juristischen Charakter zu verschaffen, wurde am 14.06.1992 die Associação Albergue Martim Lutero gegründet, deren Generalversammlung aus Repräsentanten der evang. -luth. Gemeinden in Espirito Santo zusammengesetzt ist.

Am 14. Juni 2001 traf sich die Generalversammlung der AAML, um für die nächsten drei Jahre folgende Vorstandschaft zu wählen:

Präsident: Pfarrer João Paulo Auler; Vicepräsident: Dr. Nivaldo Kiister;
Sekretärin: Maria Schmidt; Stellvertreterin: Ester Schwanz Nitz;
Schatzmeister: Eitel Gums; Stellvertreter: Pfarrer Derly Foerste;
1. Beirat: Dr. Roberto Pagung; 2. Beirat: Adilson Spíndula;
1. Stellvertreter: Manfredo Kruger; 2. Stellvertreter: Laudelino Grunewald.

Der Vorschlag für den Bau einer neuen Albergue wurde in vorangegangenen Versammlungen angenommen. Den entscheidenden Impuls erhielt er durch die Schenkung eines Grundstücks von der Evangelischen Kirchengemeinde Eggenfelden (Bayern - Deutschland). Heute, am 02. September 2001, in Anwesenheit einer Besuchergruppe der Kirchengemeinde Eggenfelden, hunderter Mitglieder der lutherischen Gemeinden aus dem Landesinneren und aus Groß-Vitória und Vertretern befreundeter Kirchen sowie anderer ziviler und religiöser Autoritäten, legen wir den Grundstein dieser neuen Albergue. Die Zeremonie wurde geleitet von Pastor Sinodal Helmar Roelke von der Synode Espirito Santo und Belém.

Vitória, den 02. September 2001
Zusammengestellt von Vilmar Burzlaff (Verwalter der Albergue)

 

 

Partner in Solidarität

Vor 20 Jahren begann die Arbeit der "Unterstützung bei Krankenhausaufenthalten" , aus der später die Associação Albergue Martim Lutero hervorging. Die Gemeindeleitungen der IECLB (Evang.-Luth. Kirche in Brasilien) in Espirito Santo hatten keine genaue Vorstellung, wie dies gemacht werden sollte, welchen Weg sie einschlagen sollten. Sie waren jedoch erfüllt von dem Gefühl christlicher Solidarität. Sie fühlten sich angetrieben, ihre Kräfte zugunsten derjenigen aufzubieten, die Hilfe brauchten.
In diesen Zusammenhang möchten wir auch die vertiefte Partnerschaft zwischen der Evangelischen Gemeinde Eggenfelden und der Associação Albergue Martim Lutero (AAML) stellen.
Zu Beginn war es nicht notwendig, zu verstehen, wie die Arbeit sich entwickeln würde. Es reichte zu wissen, dass brasilianische Schwestern und Brüder leidvolle Situationen durchmachten und dass es möglich war, etwas zu unternehmen um ihnen zu helfen.
Partnerschaft ist eine Straße mit zwei Fahrtrichtungen, auf der es ein Hin und Zurück gibt. Neben finanziellen Mitteln gehört es dazu, dass sich einer um den anderen kümmert. Dazu ist es vor allem notwendig, Zeit zum Zuhören zu haben, damit der eine die Bedürfnisse des anderen kennen lernt. Manchmal ist sogar ein persönlicher Kontakt nötig. In diesem Sinne werden die zwei Reisen (Brasilianer in Eggenfelden und die Gruppe aus Eggenfelden in Espirito Santo) eine grundlegende Rolle für den Austausch spielen.
Für die AAML hatte die Einladung der Besuchergruppe aus Eggenfelden einen klaren Sinn: ihnen in konkreter Form die Lebensrealität in unseren Gemeinden und die Bemühungen der IECLB (Synode Espirito Santo und Belém) auf dem gemeinsamen Weg zu zeigen. Die Arbeit der AAML ist nur eine Herausforderung unter vielen anderen.
Das Besucherprogramm wurde so geplant, dass die Besucher verschiedensten Situationen und Realitäten begegnen konnten. Wie leben die Menschen im Landesinneren und in der Großstadt? Wie wirkt das Team und die meisten Mitarbeiter der AAML? In welcher Form entwickelt die IECLB ihre missionarische Aufgabe im Staat Espirito Santo? Auf diese Fragen einige Antworten zu geben war die Herausforderung, der wir uns stellten!
Unserer Meinung nach verstand die Besuchergruppe diese Herausforderung gut. Wir sind dankbar für deren Offenheit, immer mehr zu hören und zu sehen. Für die Ergriffenheit und die Solidarität, die uns in Worten und Gesten gezeigt wurde, die sich aber vor allem in euren Gesichtern spiegelte. Wir konnten von regionalen Gemeindeleitungen hören, dass die solidarische Haltung der Evangelischen Gemeinde Eggenfelden als Beispiel und Inspiration für brasilianische Gemeinden dient.
Unsere Herausforderungen sind unermesslich. Unsere Schwierigkeiten sind enorm. Unser Wille diese zu überwinden jedoch ist größer. Der Herr gibt uns die Kraft dazu.
Wir glauben, dass die Partnerschaft zwischen Eggenfelden und der AAML ab jetzt eine viel weiteren Horizont hat. Es geht nicht nur darum, eine soziale Arbeit finanziell zu unterstützen. Die Partnerschaft umfasst Bande brüderlicher Freundschaft zwischen Menschen und mit allen Gemeinden der Synode Espirito Santo und Belém.
Da ihr unsere Realität besser kennt, wird es ab jetzt für die Gemeinde von Eggenfelden möglich sein, Vorschläge für die Arbeit zu machen und genauere Meinungen über unsere Pläne kundzutun. Partnerschaft bedeutet auch Ideen und Gedanken auszutauschen.
So möchten wir danken, dass wir uns eurer so angenehmen Anwesenheit erfreuen durften. Ab sofort gilt unsere Einladung für eine baldige Rückkehr oder für den Besuch von anderen Gruppen. Auf diese Art wird unsere Partnerschaft gestärkt und die Brücken zwischen Brasilianern und Deutschen werden von Mal zu Mal stärker.
Eine brüderliche Umarmung an alle Mitglieder unserer Partnergemeinde!

Vilmar Burzlaff

(Verwalter der AAML)


Alberque 2000

DIE ASSOCIAÇÃO ALBERGUE MARTIM LUTERO
- GESELLSCHAFT ZUM UNTERHALT DER HERBERGE "MARTIN LUTHER"-
in Vitória, Espirito Santo, Brasilien

Anlass für die Gründung der "Associação Albergue Martim Lutero" (Gesellschaft zum Unterhalt der Herberge Martin Luther) waren große Schwierigkeiten bei der medizinischen Versorgung der Menschen aus dem Landesinneren von Espirito Santo, Brasilien.

In diesem Bundesstaat gibt es nur ein Spezialkrankenhaus für Krebs. Wer eine Krebsbehandlung benötigt, muss sich auf einen langen Weg machen, um in diesem Krankenhaus behandelt zu werden. Die Warteschlange ist lang und die Menschen, die hier warten müssen, sind meist arm. Sie sind deshalb darauf ange-wiesen, dass sie einen Platz finden, an dem sie übernachten dürfen.

ZUM GESCHICHTLICHEN HINTERGRUND DER ENTSTEHUNG DER ALBERGUE

a) allgemeine gesellschaftliche Rahmenbedingungen

Von diesen Missständen ist besonders die Bevölkerung pommerscher Abstammung im Gebiet um Santa Maria de Jetiba betroffen, die auch 130 Jahre nach der Auswanderung aus Deutschland ihre ursprüngliche Sprache, Kultur und Anbautechnik pflegt. Mitte des letzten Jahrhunderts besiedelten sie das gebirgige Hinterland und bauten kleine Gemeinden mit eigenen Schulen und Kirchen auf. Diese Kirchen und Gemeinderäume sind bis heute lebendiger Mittelpunkt für die Gemeindemitglieder. Durch den fehlenden Kontakt nach außen erlernten sie aber die Landessprache portugiesisch nicht.
 

Um ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern, beteiligten sich die deutsch-stämmigen Kleinbauern am Anbau von Kaffee und Blumen für das Exportgeschäft.
In den siebziger Jahren wurde in der Landwirtschaft der Gebrauch von Pestiziden eingeführt. Regierungsbehörden boten die Spritzmittel als „Medizin“ für die Pflanzen an, versäumten aber (bewusst oder unbewusst) auf die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen hinzuweisen. Warnhinweise auf den Verpackungen waren auf portugiesisch und somit für die Landarbeiter unlesbar. Gutgläubig benutzten sie die gefährlichen Spritzmittel, die in Europa längst verboten waren.

Diese Pestizide und die starke Sonneneinstrahlung bewirkten in der Folge ein gehäuftes Auftreten von Hautkrebs und anderen Krebserkrankungen. Weder die Ärzte noch die Krankenhäuser im Landesinneren waren darauf vorbereitet. So waren die Erkrankten gezwungen, zur Behandlung nach Vitória zu kommen. Hier erwies sich die Unkenntnis der Landessprache als nahezu unüberwindliche Schwierigkeit. Sie konnten weder die Straßenschilder lesen, noch sich mit dem Krankenhauspersonal und den Ärzten unterhalten. Eine detaillierte Schilderung von Krankheitssymptomen und Ursachen unterblieb folglich - was eine angemessene medizinische Behandlung unmöglich machte.

b) Herausforderung für die evangelische Kirchengemeinde
In dieser schwierigen Situation kamen auf die Pfarrer der Kirchengemeinde neue Aufgaben zu. Sie mussten Krankentransporte organisieren, sich um die Unterbringung der Menschen in Vitória kümmern und den Kranken im Krankenhaus zur Seite stehen. Das war nur mit freiwilligen Helfern möglich, die ihre Fahrzeuge zur Verfügung stellten, als Dolmetscher tätig waren und Patienten beherbergten.
Auf der Versammlung des Südbezirks der evangelischen Kirchengemeinden von Espirito Santo in Barracaõ im Mai 1981 stellte die Gemeinde Rio Possmoser den Antrag einen hauptamtlichen Helfer einzustellen. Dessen Aufgabe sollte es sein, die Kranken zu begleiten, bei der Unterbringung und den ärztlichen Untersuchungen zu helfen und Kontakte zu Ärzten und Krankenhäusern herzustellen. Darüber hinaus sollte dieser Mitarbeiter dafür sorgen, dass die Kranken gut betreut und über alle Gefahren im Umgang mit Pestiziden aufgeklärt werden. Die Unkosten dieser Arbeit - so sah es dieser Antrag vor - sollte durch einen jährlichen Beitrag der Gemeindemitglieder gedeckt werden. Diesem Antrag wurde stattgegeben. Die Gemeinde von Vitória erklärte sich außerdem bereit, die Kranken bei Gemeindemitgliedern aufzunehmen.
Die ganze Arbeit sollte zur Bewusstseinsbildung der Bevölkerung beitragen und über die strukturellen Schwierigkeiten des Landes und die Ungerechtigkeit gegen die einfache Landbevölkerung aufklären.

c) erste bescheidene Anfänge
Die Unterbringung bei Gemeindemitgliedern konnte nur eine Zwischen-lösung sein und so wurde im Stadtteil Ipessa von Vila Velha ein Holzhaus gemietet, später kamen 2 weitere Häuser dazu.
1983 wurde in der Nähe der großen Kliniken von Vitória ein Haus gekauft, zusätzliche Mitarbeiter wurden angestellt und ein Fahrzeug angeschafft. Den Kauf des Hauses ermöglichten Spenden der Kirchenmitglieder von Espirito Santo.
In der Folgezeit fanden Aufklärungsveranstaltungen statt, um der Bevölkerung die Gefährlichkeit des Einsatzes von Pestiziden und die Möglichkeiten des Schutzes vor der Sonneneinstrahlung zu zeigen.
Im September 1987 wurde das Aufgabengebiet erweitert, um die medizinische Versorgung der Landbevölkerung zu verbessern. Die Universität stellte einen VW-Bus zur Verfügung, mit ihm konnten ein Dermatologe und 6 Medizinstudenten in die Landgemeinden fahren um vor Ort Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen.
Im Jahr 1983 wurde die Betreuung der Arbeit in der Albergue dem Ehepaar Arlindo Lagass und Evenira Rainholz Lagass übertragen. Sie stammen aus Vila Pavaõ im Norden von Espirito Santo und waren ursprünglich Landarbeiter. Beide haben sich fortgebildet und stehen heute ganz im Einsatz für die Albergue und die Menschen, die sie betreut.

DIE AUFGABENBEREICHE DER
ASSOCIAÇÃO ALBERGUE MARTIM LUTERO

Im Laufe der Zeit hat sich die Arbeit der Associação Albergue Martim Lutero sehr stark weiterentwickelt und es werden heute eine ganze Reihe von zum Teil sehr unterschiedlichen Aufgabenbereichen abgedeckt. Sie können im Folgenden nur andeutungsweise beschrieben werden, da eine ausführliche Darstellung den Rahmen dieser Publikation sprengen würde.

1. Die Albergue (Herberge) „Martim Lutero“

a) Beherbergung
Seit ihrer Gründung besteht die Hauptaufgabe der Albergue darin, Menschen jedweder Konfession, die aus dem Landesinneren kommen, zu beherbergen.
Dafür steht zur Zeit eine notdürftig eingerichtete Doppelhaushälfte zur Verfügung, die früher als gewöhnliches Wohnhaus genutzt wurde.
Während im 1. Stock des Hauses der Leiter der Albergue, Arlindo Lagass, mit seiner Familie wohnt, wird das Erdgeschoss für die Unterbringung der Patient/-innen genutzt. 32 Betten stehen in drei Räumen zur Verfügung. Die normale Belegung der Albergue liegt jedoch bei 35 Personen, was nur durch das Aufstellen von Notbetten möglich ist.
Die Aufenthaltsdauer in der Albergue ist abhängig von der medizinischen Versorgung. Sind nur ärztliche Untersuchungen notwendig können Patient/-innen schon nach zwei oder drei Tagen wieder nach Hause entlassen werden.
Bei einer der – wesentlich häufiger erforderlichen – ambulanten Behandlungen in einem der Krankenhäuser der Bundeshauptstadt Vitória dauert der Aufenthalt bis zu acht oder zehn Wochen.
Der Aufenthalt in der Albergue ist für die Patienten grundsätzlich kostenlos. Dies gilt sowohl für Übernachtung als auch für die regelmäßigen Mahlzeiten.
Neben der normalen Versorgung der Menschen, werden auch Verbandswechsel vorgenommen sowie die Einnahme verordneter Medikamente überwacht.
Wie groß der Bedarf an dieser Arbeit und Einrichtung ist, zeigt die folgende kurze Statistik:
Jahr neue Patienten eingetragene Patienten
1996 339 1109
1997 451 1242
1998 ca. 500 ca. 1400
Da zum einen immer mehr Menschen das Angebot der Albergue wahrnehmen, und auf der anderen Seite Patient/-innen verschiedenster Erkrankungen in ein und demselben Raum untergebracht werden müssen, hoffen die Verantwortlichen in Vitória, in naher Zukunft ein größeres Haus bauen zu können.

b) Begleitung der Patientinnen und Patienten
Während des Aufenthaltes in Vitória werden die Patienten von einer/einem Mitarbeiter/in der Albergue zu den ärztlichen Untersuchungen, den Labortests oder den Krankenhausbehandlungen begleitet, um eventuell auftretende Sprachbarrieren überbrücken zu können.
Dies ist besonders bei Erstuntersuchungen oder der Anmeldung zu einer notwendigen Operation unabdingbar, um eine fach- und sachgerechte Behandlung zu ermöglichen.

c) Organisation der An- und Abreise
In Absprache mit den ausgebildeten medizinischen Helfern sowie anderen Ansprechpartnern organisieren die Mitarbeiter/-innen der Albergue den Transport sowohl vom Heimatort nach Vitória, als auch die Rückreise. Gegebenenfalls werden die Patienten direkt zu Hause abgeholt.

d) seelsorgerliche Betreuung des Kranken
Da viele Patienten das erste Mal überhaupt von Zuhause fort sind, hat es sich als überaus dringend heraus gestellt, sie während des Aufenthaltes in der Albergue seelsorgerlich zu betreuen.
Auch müssen viele Patienten die ärztliche Diagnose verarbeiten, die in vielen Fällen Krebs lautet und mit einer weitgehenden Umstellung der bisherigen Lebensumstände verbunden ist.

 

2. Dermatologisches Projektes zur Vorbeugung von Hautkrebs

Die Fortführung dieser 1987 begonnenen Arbeit bildet einen weiteren Schwerpunkte der Arbeit der Associação Albergue Martim Lutero.
Das Hauptziel besteht dabei darin, die Ausbreitung von Hautkrebs und anderen Krebserkrankungen einzudämmen, sowie erkrankten Menschen frühzeitig zu helfen, um ihre Lebenserwartung und Lebensqualität zu verbessern.

a) monatliche Untersuchungen und Operationen in 12 Gemeinden
Regelmäßig einmal Monat wird eine von 12 zentral liegenden Gemeinden im Landesinneren des Bundesstaates Espirito Santo ein Wochenende lang besucht.
In Zusammenarbeit mit der Universität, der Universitätsklinik, dem Gesundheitsamt und den Gemeinden der evangelisch-lutherischen Kirche im Bundesstaat Espirito Santo wird jeweils ein etwa 25-köpfiges Team zusammengestellt, dem neben Universitätsprofessoren und Medizinstudent/-innen der letzten Ausbildungsphase auch Mitarbeiter/-innen der Albergue angehören.

Diese Teams führen in Gemeinderäumen im Landesinneren, die mit einfachsten Mitteln ausgestattet sind eine umfangreiche medizinische und pflegerische Arbeit durch.
Den Anfang bildet eine ausführliche Untersuchung aller Menschen, die sich am jeweiligen Gemeindehaus einfinden. Diese Untersuchungen, bei denen vor allem auf Haut- und andere Krebserkrankungen geachtet wird, werden sorgfältig dokumentiert, damit bei einem weiteren Besuch auf vorherige Untersuchungsergebnisse Bezug genommen werden kann.

Sofern es sich als notwendig erweist, werden kleinere Operationen von den mitgereisten Ärzten sofort ambulant durchgeführt. Für unsere Vorstellungen unter primitivsten Bedingungen. Jedoch hat es in den mehr als zehn Jahren, die diese Arbeit besteht noch nicht einen Fall, von Wundentzündung gegeben.
Die große Zahl der Menschen, die erreicht wurden, zeigt die vielfältigen Möglichkeiten konkreter Hilfe, die durch das Projekt „Dermatologie“ angeboten und umgesetzt wird.
Jahr Untersuchungen chirurg. Eingriffe
1996 3621 1451
1997 3632 1221
1998 ca. 3900 ca. 1500
Insgesamt wurden seit 1987 mehr als 45.000 Untersuchungen durchgeführt und über 25.000 kleinere chirurgische Eingriffe vorgenommen.
410 Ärzte, die alle schon als Medizinstudenten an diesem Projekt teil-genommen haben, sind ehrenamtlich in die Arbeit integriert.

b) Vorbeugung und Information
Ein weitere Arbeitsschwerpunkt liegt in der ausführlichen Information und Prävention, damit die Zahl der Menschen zurückgeht, die aufgrund unsachgemäßer Handhabung oder unzureichendem Sonnenschutz krank werden.

Durch Diavorträge und Demonstrationen wird über die Gefahren der Spritzmittelverwendung in der Landwirtschaft, einen effektiven und einfachen Sonnenschutz sowie über die Gefahren des Alkohol- und Nikotinmissbrauchs aufgeklärt.
Auch werden Flugblättern mit Informationen zur Vorbeugung gegen Hautkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Prostatakrebs, Mund- und andere Krebsarten verteilt.

c) aktiver Einsatz für ein besseres Gesundheitswesen
Mit der kontinuierlichen Arbeit in 12 zentralen Bezirken von Espirito Santo setzt die Associação Albergue Martim Lutero auch ein deutliches gesellschaftspolitisches Zeichen. Denn das staatliche Gesundheitssystem Brasiliens ist nicht in der Lage, der Mehrheit der Bevölkerung die notwendigen Untersuchungen und Behandlungen zu verschaffen.
So ist die planerische und organisatorische Arbeit der Mitarbeiter/-innen der Albergue für ungezählte Menschen zu einem Hoffnungsschimmer gegen die herrschende Diskriminierung in Brasilien.


3. weitere Projekte der Albergue

a) Ausbildung von medizinischem Personal
In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen konnte bereits eine relativ große Zahl sogenannter Gesundheitshelfer/-innen ausgebildet werden. Diese arbeiten seitdem in den Gemeinden im Landesinneren und stellen für viele kranke Menschen eine erste Anlaufstelle dar. Die Gesundheitshelfer/-innen entscheiden dann auch, ob und in wie weit eine intensivere ärztliche Behandlung – gegebenenfalls in der Landeshauptstadt Vitória – notwendig ist. Sie vermitteln in einem solchen Fall auch den Kontakt zur Albergue und ermöglichen einen Aufenthalt dort sowie die An- und Heimreise.

b) ökologischer Landbau
Da viele Erkrankung durch unsachgemäßen Umgang mit Pestiziden hervorgerufen werden, engagieren sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Aufklärungsarbeit für einen ökologischen Landbau.
Mit Hilfe von Mustergärten, in denen neben normalen landwirtschaftlichen Produkten vor allem Kräuter angebaut werden, wird den Menschen gezeigt, dass auch ohne den massiven Einsatz von Spritzmitteln erfolgreich Landwirtschaft betrieben werden kann.
Neben der Demonstration und Aufklärung werden diejenigen, die ihre landwirtschaftliche Produktion umgestellt haben auch bei der Vermarktung unterstützt.
Dieser Arbeitsbereich hat sich gerade in den letzten Jahren sehr ausgeweitet und wird dankbar angenommen.


WIE WIRD DIE GESELLSCHAFT DER ALBERGUE MARTIM LUTERO FINANZIELL GETRAGEN ?

Obwohl die Arbeit der Associação Albergue Martim Lutero in den letzten Jahren stetig ausgeweitet werden musste und konnte, kommt diese diakonische Einrichtung immer noch mit einem Jahresetat von etwa 100.000,- DM aus.
In diesem Betrag sind alle Kosten enthalten: die Unterhaltskosten für das Haus, die Löhne für die zur Zeit fünf angestellten hauptamtlichen Mitarbeiter/-innen und die Finanzierung der inhaltlichen Arbeit, wie sie oben beschrieben wurde.
Zu diesen jährlichen fixen Kosten bekommt die Associação Albergue Martim Lutero keinerlei Zuschüsse von staatlichen Stellen oder der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB). Allein die evangelischen Kirchengemeinden in Espirito Santo haben sich verpflichtet, einen festen Betrag beizusteuern, der etwa 1/3 der Kosten deckt.
Dieses Geld kommt so zusammen, dass jedes Mitglied der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden in Espirito Santo seine Gabe zur Unterhaltung der Arbeit der Herberge nach einem gewissen Prozentsatz gibt, der im Kirchenbeitrag mit eingeplant wird.
Des weiteren wird ein großes Jahresfest von der Albergue organisiert, mit dem auch etwa 1/3 der Unkosten gedeckt werden können. Hauptsächlich gelingt dies durch eine große Verlosung, bei der interessante Preise zu gewinnen sind.
Das letzte Drittel zur Deckung der Kosten wird durch Spenden aufgebracht, die in Brasilien und in Deutschland gesammelt werden. Innerhalb Brasiliens machen dabei die Erntedankgaben (fast ausschließlich Lebensmittel), die zum Schmuck des Altars verwendet wurden, den Großteil der Spenden aus.
Besonderes Augenmerk gilt in diesem Zusammenhang aber einer katholischen Kirchengemeinde aus dem Stadtteil Maruipe (in Vitória).
Einmalige größeren Spenden kommen von Firmen und Industriebetrieben; so hat die Schokoladenfabrik „Garoto“ der Herberge einen neuen VW- Bus geschenkt und eine beträchtliche Summe für den Druck der Flugblätter.
Insgesamt ist so bisher immer gelungen, die notwendigen Gelder aufzutreiben; wenn auch oft erst in letzter Minute und oft zu Lasten der Gehälter der fest angestellten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Associação Albergue Martim Lutero.



AUSBLICK

Im vorletzten Jahresbericht, der den Teilnehmern der Generalversammlung des Vereins der Herberge Martim Lutero im Jahre 1998 vorgelegt wurde, schreibt der Leiter der Albergue, Diakon Arlindo Lagass, folgendes:
„Vor den anwesenden Mitgliedern der Versammlung möchte ich bezeugen, dass die Arbeit unseres Vereins ein evangelisches Zeichen auf dem Gebiet der Gesundheit ist. Dem gütigen Gott möchte ich für seine Hilfe und Leitung während der 15 Jahre in der Arbeit danken, die sich für die Gesundheit der Menschen einsetzt. Ich weiß, dass auf diesem Gebiet noch viel getan werden muss. Vor allem muss sich im Bewusstsein der Bevölkerung etwas ändern, damit sie mehr für die eigene Gesundheit tut.
Als Kirche Jesu Christi haben wir viele Schritte getan, die bezeugen, dass wir Menschen sind, die das Leben nach dem Willen Jesu verteidigen. Wir wollen Zeugen des Lebens sein, das Jesus für alle Menschen will. Wir sollen Freunde, Schwestern und Brüder unseres Nächsten sein in Freud und Leid. So beteiligen wir uns an der Arbeit, die unser gütiger Gott durch uns in unserer Welt tun will.“
Dieses Selbstverständnis des Vereins der Herberge Martin Luther (Associação Albergue Martim Lutero) unterstützt die evangelische Kirchengemeinde sowohl auf ideelle als auch auf materiellem Weise durch die seit vier Jahren bestehende Partnerschaft. Wir wollen dadurch einen Beitrag leisten, dass Menschen in der sogenannten Dritten Welt ein menschenwürdigeres Leben führen können.
Die Associação Albergue Martim Lutero hat schon sehr vielen Menschen geholfen und dieses Engagement soll auf Dauer gesichert werden. Vor allem wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass der Traum von einem größeren Haus in Erfüllung gehen kann. Die bisherigen Unterbringungsmöglichkeiten sind auch für ein sogenanntes Entwicklungsland nicht mehr akzeptabel. Darum bitten wir auch um Ihre Unterstützung.

Christiana Lang-Hoffmeister
Bachhamer Str. 17
84337 Schönau
Tel.: 08726 / 1453 Pfarrer Gert Müller